Bewunderung trifft auf Respekt – Ein Konglomerat an Power

Ost- West- Baukunst

Grenzen der Bebauung

JapanIn Europa ist es häufig die historische Besetzung, die Vorgaben zu einer Raumgestaltung im architektonischen Sinne diktiert. In anderen Ländern wie in Japan zum Beispiel liegen die Schwierigkeiten eher am natürlich begrenzten Boden. Das kann man auch als Herausforderung sehen und so konstruiert sich Japan auf dem Wasser und in den Himmel. Erschwerend hinzu kommen natürliche Ausnahmebedingungen durch Tsunamis und Erdbeben. Das reizt auch immer wieder westliche Architekten bis in die Zeichenfinger und Asien lässt manchmal auch lächelnd gewähren. Doch momentan sind die Kassen in Japan ein wenig klamm Denn die Nuklearkatastrophe in Fukushima von 2011 bereitet noch viele gestalterische Sorgen, sodass sich die Architektur in Japan zur Zeit lieber um kleinere Projekte kümmert.

Was liegt hinter dem Schein eines vorbildlichen interkulturellen Miteinanders?

chinaaDerzeitige Bauprojekte in China zeigen eine Folgeerscheinung postkolonialer Verhaltenspolitik und nationalistischer Genugtuung. Wenn die westlichen Bauherren nur an ihre individuellen Karriereverbesserungen in Hinblick einer „Auslandserfahrung“ und Selbstverwirklichungen denken, so liegen die Interessen auf anderer Seite an wirtschaftlichem Aufstieg durch Technologie-, Know-how-klau und wichtigen Investitionsgeldern, die zum Aufbau in das Land gepumpt werden sollen. Da nehmen beide Seiten einige Ausnahmestrapazen in Folge von Despektierlichkeiten auf sich und halten sich gegenseitig temporär aus. So entstehen, wenn auch unter der Verhaltensstrategie von Höflichkeit, einige gigantische Bauten unter westlichem Einfluß in dem aufstrebenden Land des Drachens. Einen guten Einblick für die Verbindung westlicher Baukonzepte im asiatischen Stadtraum bietet Gesine Junker „Urbanismus auf Chinesisch“ beim Rohn Verlag am Beispiel Shanghai: Adaption westl. und östl. Elemente…

louvreSchaut man sich im Westen nach asiatischen Bauten um, sieht man fast nichts. Aber dieses Nichts hat bei genauerer Betrachtung einen metamorphosen Charakter. Das ist darin gelegen, dass Architekten wie auch viele andere Bürger aus dem asiatischen Raum, hier im Westen häufig unter westlicher Nation agieren, das meint, eingebürgert sind. Oder wer weiß schon, dass die wunderschöne und weltbekannte Glaspyramide vor dem Louvre von einem Amerikaner chinesischer Herkunft stammt?

Geistige Verbundenheit und „Architektur ohne Eigenschaften“

Science Fiction oder ultimative Realität

Dass es auch anders geht, zeigen die Architekten Kisho Kurokawa und Rem Koolhaas. Metabolismusbegründer oder vielmehr Zugfigur dieser Bewegung Kurokawa, zeigte mit seinem Ansatz, dass sehr wohl eine ästhetische Symbiose möglich ist. Das Zeitalter der Maschine wird mit dem Zeitalter des Lebens gefüllt. Hier walten Vernunft und Empfindsamkeit als Pendel- Phänomene. Diese „nichtwestliche“ Avantgarde soll die geologische Komplexität der Begrenzung überwinden und Möglichkeiten schaffen, sich zwischen Ästhetik und Politik zu positionieren. Dafür Bedarf es eines stabilen Staates, der idealistisch und harmonisch mit seinen einzelnen Bürgern zusammenarbeitet. In Asien grundsätzlich nicht auszuschließen.

Rem Koolhaas wittert ebenso ungute Effekte eines vermodernisierten Raums in „Stadt ohne Eigenschaften„. Er sieht aber auch starke Tendenzen des urbanen Menschen sich wieder ins Hinterland als Raum zwischen den Städten zu bewegen. In einem jüngsten Interview über ostasiatische Bautradition betonte er die beneidenswerten Vorteile einer individuellen Kollektivarbeit wie sie in Asien möglich ist. Auch dass sein heimatlicher Kontinent good old europe von außen betrachtet richtig hübsch anzuschauen wäre. Wenn da nicht diese latenten Korruptionsprobleme und der Hang zum Narzissmus wären.

Witz: Der Asiat fragt: Was ist Freiheit?

der Amerikaner fragt: Was ist ein Land?

der Afrikaner fragt: Was ist Hunger?

und der Europäer fragt: Was ist zu kurz kommen?

 

 



Kommentare sind geschlossen.