Big City´s watching you

Voyeurismus oder einfach Nachbarn?

Die Fotoausstellung „the neighbors“  in der Gallerie Julie Saul in N.Y.C. im Stadtteil Chelsea zeigt Bilder von Wohnungsausschnitten. Diese mit einem Teleobjektiv fotografierten Bilder werfen erneut die Frage auf, wo öffentlich zugängliche Blicke aufhören und die intime Privatsspäre anfängt.

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Fensterblicke vom Vogelobjektiv

Basierend auf einer Outdoor-Studie zur Beobachtung der Aktivitäten der Downtown- Nachbarn zeigte der Künstler Arne Svenson in der Ausstellung von Mai-Juni 2013 eine Serie von Fensterblicken. Er macht bei der Bildgestaltung kein Geheimnis daraus, selbst als Fotograf außerhalb des Szenariums zu sein. Mit diesem ästhetischen Blick gehen Raumgrenzen wie Fensterrahmen und Rauminneres mit Körperteilausschnitten ineinander über.

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Die von Svenson arrangierte Sozialdokumentation begibt sich in die Tabuzone des verbotenen Blicks. Man sieht nicht wirklich viel, aber genau das macht den Reiz aus. Er ist gefüllt mit Heimlichkeit, Neugier und Macht.

Jeder beobachtet jeden

Andererseits sind es ganz simple Motive, die wir alle jeden Tag überall in Städten sehen können. Sie werden aber unbewusst ausgeblendet, da sie keine persönliche Relevanz im Sichtfeld darstellen. Sofern keine direkt wahnehmbaren Augenfänger hervorstechen. Die Selbstverständlichkeit aus dem Bürofenster zu schauen und anderen Menschen in ihren Aktivitäten zu zuschauen ist in einem dichtbesiedelten Raum wie einer Großstadt völlig normal.

Diese Tatsache ist auch immer guter Stoff für Krimiszenarien, wie es zum Beispiel der Spielfilm Sliver von 1993 nach dem gleichnamigen Roman von Ira Levin 1991 zeigt. Die urbane Situation ermöglicht diese vielen Augen von Fenstern und dieser Umstand des Beobachtens und beobachtet werdens. Sie ist immer gleichzeitig ein Gefühl von geborgenem Zusammenleben und unbehaglichem Ausgeliefertsein.

Es brennt nach Hilfe

Es ist mittlerweile wissenschaftlich bewiesen und sogar statistisch nachgewiesen, dass es empfehlenswerter erscheint, in einer Notsituation im Falle eines Übergriffs in einer Stadt eher nach „Feuer“ zu rufen als nach „Hilfe“. Denn damit steigt die Wahrscheinlichkeit einer civil courage um einige signifikante Werte. Das sollte zu denken geben.



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