Das Untote tötet mich

Das Untote tötet mich oder tötet das Untote

Angst vor dem Zombie

In modernen Fiktionen seit mindestens Frankenstein, flüchten Menschen vor dem aus dem englisch stammenden Begriff „Zombie“, da sie befürchten, von ihm gefressen, getötet, zerrissen ja gar zerfleischt zu werden. Das Irrwitzige daran ist, die „Lebenden“ retten sich häufig vor diesen Untoten, in dem sie sie „töten“. Dieses „töten“ geschieht in den meisten Fällen über das totale zerfetzen ihrer „untoten“ Leiber oder gar durch eine Enthauptung. Ergo ist das „Lebendige“ des Untoten einzig allein seine physische Einheit. Da drängt sich aber auch die Frage auf, warum in aller Welt der Untote überhaupt beabsichtigt, den Lebendigen töten zu wollen. Was ist die zugrunde liegende Motivation? Vielleicht die lebendige Lebendigkeit.

lebendig gefangen im Leben

lebendig gefangen im Leben

Die lebendige Lebendigkeit

In Zeiten der Systematisierung, Bürokratie, Technik, Globalisierung, Konsum-Konformismus, Medizin, Wissen und welche Schlagworte auch immer einem in den Sinn kommen mögen, sobald man kritisch über seinen Zeitgeist nachdenkt,  fühlen sich Menschen erkaltet, gefühllos und unlebendig. Tragen diese sagen wir „Umstände“ jeweils auf ihre Art und Weise doch alle dazu bei, das eigene Leben unnatürlich auszudehnen und zu verlängern …ohne zu wissen, was da verlängert wird. Und genau darin ist die Crux gelegen.

Sind wir nicht alle ein bisschen Monster

Nicht das Untote tötet mich sondern „bin ich schon kontaminiert vom Untod“ fragen Markus Metz und Georg Seesslen so treffend in ihrem Buch „Über Posthumane,Zombies, Botox-Monster und andere Über-und Unterlebensformen in Life-Science & Pulp Fiction (Matthes & Seitz, Berlin, 2012). Gegenfrage: Was bedeutet es, lebendig zu sein, oder was ist es, was mich lebendig macht? Mmh, gute Frage. Vielleicht durch das Ausschlussverfahren könnte man zumindest behaupten, es ist definitiv nicht der 9 to 5 Job/5 days per week with a few lächerliche holidays, nicht die Berufsbezeichnung als angestellter X- Manager von irgendeinem Popel- Unternehmen, der sich den ganzen Tag darauf freut, nach Hause zu kommen um fern zu sehen and finding peace only in alcohol and medicine. Und das ist nur ein winziges Beispiel vieler „untoten“ Lebensweisen, bei der man sich wirklich einmal die Frage stellen sollte, ob man seine hauchdünne Biografie wirklich auf eine so lange gähnend langweilige Lebensspanne ausdehnen sollte. Hand aufs Herz: Was macht lebendig, lieber Leser?

 



Kommentare sind geschlossen.