F wie finster und Freiheit

Rüdiger Safranski´s „Das Böse oder das Drama der Freiheit“ (1999)

Der Begriff der Freiheit ist ein ewiges Drama auf der Bühne der Menschheitsgeschichte. Ist man mit anderen zusammen sehnt man sich danach und allein ekelt man sich davor. Die Freiheit das philosophische Spiel des Geistes hat einen großen Schatten. Safranski öffnet in seinem Buch über das Böse in der Freiheit, das schwere Fass der abendländischen Kulturentwicklung und erzählt  mit neuem Charme die großen Ansätze namenhafter Denker von Sokrates bis hin zu Goethe, Weber und Freud.

Am Ende seines Buchs landet Safranski mit den ausgedienten  Moralflügeln auf dem kalten Boden der Systemtheorie, wo es heißt: „Ob wir wollen oder nicht, wir handeln und nehmen dabei unsere riskante Freiheit in Anspruch. Dabei wird man auf Zuversicht kaum verzichten können. In prekären Situationen, sagt Kant einmal, gibt es eine Art Pflicht zur Zuversicht. Sie ist der kleine Lichtkegel inmitten der Dunkelheit, aus der man kommt und in die man geht.“

Die Frage bleibt: wie geht man mit Freiheit selbst und mit anderen um. Insbesondere in komplexen Strukturen wie den heutigen, wo das absolute Übergeordnete aka z.B. „Gott“ so nicht mehr funktioniert. Fehler in den Entscheidungen und im Handeln sind damit unvermeidbar. Da hat dann Safranski recht, die Hoffnung stirbt zuletzt. Also das altbekannte Drama. Den Blick immer zur Helligkeit gerichtet sei sie noch so klein in der großen ewigen Finsternis. Denn vom Unbekannten sollte man sich nicht einschüchtern lassen.

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Safranski´s „das Böse“

 

 



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