World Kunst-Biz – das oberste Segment

Die 44. Art Basel hat 2013 ihre eigene Message

Die wohl einflußreichste Kunstmesse der Welt öffnete am 13.06.2013 offiziel ihre Tore und zeigte, was heute beliebte Kunst ist, wer sie produziert und vorallem wer sie verkauft und kauft.

artbasel6Doch ein paar Tage zuvor durfte bereits eine erlesene Auswahl passionierter Kunst-Shopper ihre Sammlungen erweitern oder nur ein krisensicheres Investment tätigen. Am Basler Flughafen erwartete man über 150 Privatjets. Die Leute dürfen auch im Gegensatz zur EU und Lichtenstein in der Schweiz vor Ort ihre Bezahlungen mit Bargeld tätigen.

Das galt natürlich auch in der UBS- Bank gesponserten Art Basel. Am liebsten ließ man Geld für Nachkriegs- und zeitgenößische Kunst. Der Gesamtwert der ausgestellten Kunst belief sich auf ca. zwei Milliarden US-Dollar.

Über 300 wirklich internationale Galerien von South Afrika bis Mexiko, von China bis Canada und auch aus Griechenland und dem Libanon war alles dabei. Davon ein fünftel amerikanische und ein sechstel deutsche Kunsthändler hatten die Hürde der Bewerbung in Basel  geschafft und durften für den normalen Interessierten bis zum Multimillionär und Celebrity ihre Optionen verkaufbarer Kunst darbieten. Die perfekt organisierte Superausstellung zählte bis zu 70.000 Besucher.

Handarbeit ohne Grenzen

artbasel3Die Sonderschau Unlimited, die starke Tendenzen zu einer Dokumenta hatte, beherbergte Kunst von bis zu 70 Künstlern in dem neuen architektonischen Hallenanbau von Herzog & de Meuron. Sie ermöglichte abseits des big buizz die extravagantere Option der Gestaltung und ließ der großen Anzahl an Künstlern extra viel Platz für gewagte Experimente in der überdimensionierten Halle.

Vom selbstgenähten menschlichen Megaschlund mit vereiterter Mandel bis zu güldenen Papierschiffchen auf Puderzucker schien der Kreativität keine Grenze gesetzt zu sein. Der Baloise Kunstpreis für besten Nachwuchs ging unter anderem an die deutsche Künstlerin aus Berlin Jenny Tischler.

 

Zwischen Verkauf, Event und Kunstanspruch

artbaselInsgesamt gab es eine extrem hohe Dichte an dem was sich international als Kunst verstehen soll und man musste dieses Konzentrat an kreativer Spielart und Pluralität erstmal verdauen. Denn diese Messe ist nicht nur global mitsamt ihren expandierenden Zweigstellen (zuletzt in Hongkong) die best kuratierteste Großausstellung schlechthin, sondern sie ist auch ein wunderbarer Gesellschaftsspiegel. Das zeigte sich zum Einen im Gastrosektor aus Favelas vom japanischen Künstler Tadashi Kawamata und zum Anderen an der Vielfältigkeit der Ausstellungsarten wie Parcour als Anbindung zum öffentlichen Raum und Marketingprofessionalität der Webseite.

 

 



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