Hass dem Regime der Kunst

Wunderbar Nicole Zepter! Hättest Du dieses tolle Buch (Kunst hassen, eine enttäuschte Liebe 2013) nicht geschrieben, man hätte es selbst schreiben müssen. Aber oft fehlen einem dann doch die Worte. Innerlich fühlen so viele mit Dir. Man liest es in einem Male so runter und nickt und nickt….auch bei Deinen widersprüchlichen Aussagen. Die sind so wahr!

Du hast einiges und noch viel mehr erkannt, gut gefragt und bietest sogar Alternativen zu deiner Kritik. Auch das Eingeständnis vom Kunsthallendirektor: „Ich glaube, dass es zur Gegenwart der technischen Entwicklung und der Wirkung der vielen Bilder noch keine künstlerische Antwort gibt.“

Was soll denn auch die Kunst noch sein, wenn nicht mehr als nur etwas zum angucken?

„Liegt es an der Vielzahl der Bilder, mit denen wir heute leben, an der Konkurrenz der Unterhaltungsindustrien untereinander oder am oft gescholtenen Massenangebot des Internets, dass diese Reaktion einfach nicht mehr eintreten will? Ist es die Präsentationsform, der fehlende geschichtliche Rahmen, der die Werke in einen Kontext setzt, in dem sie nur verlieren können. (…) Das Prinzip hat sich, zumindest in grober Form, bis heute gehalten, der White Cube ist die häufigste und konventionellste Form der Ausstellungsfläche. Die Folge: Die Ausstellung ist ein immer wiederkehrendes Theater mit gleicher Bühnenausstattung. Aber zeitgenössische Kunst soll doch eigentlich Grenzen erweitern. Zumindest ihrem Ideal nach.“

Shakespeare sagte damals schon: Life is a stage! Und Beuys hob das Leben zur Kunst. Ergo, alles ist Kunst.

Wir alle, alles und immer. Es ist wahrscheinlich schwierig für uns alle zu erkennen, dass es keine Grenzen mehr zu erweitern gibt, denn anything goes. Vielleicht nicht im Kunst Buizz. Denn Grenzen bestimmen Preise und treiben das Spiel voran. Was nach Warhol auch wieder eine Spielart der Kunst ist.



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