Mad Time

Mad Men – Crazy Guys

Die Serie ist allein in puncto Historizität und das auf mehreren Ebenen mehr als sehenswert. Style, Stil, Deco, Kulisse aber auch die Figuren, Dialoge und die auch mal wunderbar überrrasschende inszenierte Dramatik sind ein mehr als guter Unterhaltungsgenuss. Kurz: Mad Men sind saufende & kettenrauchende Snops der sich etablierenden Werbebranche zu Mitte des 20. Jahrhunderts.

Schauplatz ist New York City in den 60´s in der Werbeagentur Sterling Cooper (später: erweitert mit Draper Price) die erfolgreich ihre Partner auf dem Markt präsentiert und die Konsumenten „informiert“. Es fallen unter anderem Namen, die bis heute noch bekannt sind, wie Lucky Strike, Clerasil und Samsonite.

crazy guys2Die Hauptfigur D. Draper (draper = Textilhändler) ein Kriegsveteran (Korea) und erfolgreicher Werbeagent mit neuer Identität, flüchtet über verschiedene Lebensstrategien vor seiner Vergangenheit. Mit diesem lästigen und hartnäckigen Ballast stürzt sich Draper in diverse sexuelle und berufliche Abenteuer. Ganz der Symbolik des Vorspanns. Fast schon mit spirituellen Einflüssen gibt sich Draper aber immer wieder gefasst den Gegebenheiten hin und akzeptiert so jede Schicksalswende. Seine Entscheidungen wiederum trifft er dennoch häufig aus strenger Überzeugung und agiert immer als loyaler Humanist, dem es um die Begreifbarkeit seiner Umstände gelegen ist auch wenn er vorderscheinlich einen egozentrischen Lebensstil pflegt.

Als Gegenstück steht an seiner zu Teils mehr als beruflichen Seite R. Sterling (engl. für bewährt). Er, ein mit goldenem Löffel aufgewachsener Mann, übernimmt die Partneranteile der Agentur Sterling Cooper von seinem Vater. Mit scharfer Zunge gesegnet ermöglichte er Draper seine Karriere bei Sterling Cooper bis zum Partner. Seine Bemerkungen und Sprüche sind so amüsant, dass es selbst zu einer broschierten Sammlung reicht.

Peggy Olsen, die mit Sicherheit weit unterschätzteste Figur von allen. Sie entwickelt sich regelrecht von Episode zu Episode in einen wirklich man möchte sagen: toughen guy. Zu Beginn noch eine Provinzlerin, unsicher und deplaciert in der großstädtischen Agenturwelt, mausert sie sich zunehmend zu einer smarten Karrierefrau und das ohne an Neugierde und Frische im Ausdruck zu verlieren. Vielleicht scheint sie kein Glück mit der Liebe zu Männern zu haben, doch damit zeigt sie genau jene Problematiken, die sich im weiblichen Alltag im Zuge der Moderne ergeben. Entweder Erfolg im Beruf oder Glück in der Liebe…heißt es so oft. Doch das Liebe ein komplexeres Feld ist, als es die traditionelle Vorstellung will, zeigt sich ebenso im urbanen Umfeld einer aufstrebenden Weltstadt N.Y.C in den 60ern.

Eigentlich sind diese drei Figuren allein schon eine Serienstory wert, wären da nicht noch die schöne Rubensfrau Joan, der ehrgeizige Jungkarrierist Pete, die tragische Ex-Frau Beth, die ….

 



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