Mitten drin

collageMitten drin hat etwas Warmes, 

dachte ich mir als ich die Straße überquerte und zielgerichtet ins Nichts schlenderte.

Ich versuche immer die Filter meiner Sinne, die sich mit der Zeit automatisch einstellen, aufzuheben. Gelingt nicht sehr gut. Es muss eine Art Schutz sein, dass viele Wahrnehmungen weggeblendet werden.

Aber die Angst vor zuviel Subjektivität und Einseitigkeit lassen mich meine immer zu einengende Sichtweise durchbrechen. Mich gruselt die Vorstellung immer auf die gleichen Dinge zu achten. Es gibt Menschen, wahrscheinlich sogar die Meisten, die schauen immer nur auf einen Typ Mensch, auf exakt die gleichen Eyecatcher und blenden alles andere aus. Man bemerkt so ein Verhalten, wird es über eine längere Zeit betrieben, an der „Blindheit“ gegenüber der Möglichkeiten, die das Leben in der Wirklichkeit für einen bereithalten.

Von der Realität approximativ zur Wirklichkeit

Ich sehe die Umwelt mit all ihren Facetten noch überall. Die Menschen, die mich persönlich vielleicht nicht interessieren könnten, die Stimmungen die wie bunte Lichtquellen umherziehen, die Kaugummis die zu Unzähligen auf dem Asphalt kleben, die kleinen Pflänzchen, die mit voller Kraft ihres Dranges durch die Gemäuer streben…und und und

Meine Methodik ist die: Ich schaue mich im lebendigen Raum einer Stadt um, stehe still an einem Punkt. Mitten drin und sehe jetzt durch den Filter meine subjektive Realität. Schließe die Augen, die Ohren, die Nase, den Mund überhaupt alle Input-Kanäle meines Körpers, ja sogar darüber hinaus. Konzentriere mich auf die ganze Wirklichkeit. Dieses Große und Warme. Spüre den enormen Druck, der auf mich zudröhnt und öffne plötzlich wieder alles was es an Empfindungs-Kanälen im menschlichen Sein gibt. Siehe da, ich sehe wieder etwas komplett anderes. Ich nenne diese Sichtweisen: Universum. Wie viele es sind, lässt sich nach meiner Einschätzung nicht mit dem kognitiven Fassungsvermögen abzählen. Das Ganze ist dann wohl ein Multiversum. Wenn man gut geübt ist, wechselt man einfach mit einem Augenblinzeln.

 



Kommentare sind geschlossen.