Post Museum?

Der Urbane Raum als Neues Museum?

Post Museum – eine sich aufdrängende Frage nach der Lektüre von „Kunst interessiert keine Sau…oder doch?“ von Sandra Danicke

Die Inflation der Bildung hat den schönsten Effekt darin, dass jeder Kunst versteht, Kunst nutzt, Kunst braucht, Kunst  macht…Äh sollte man meinen. Zumindest findet jeder Kunst schick genug, um sie irgendwie im Alltag einzusetzen, sei es, wenn auch nur begrifflich, als Entschuldigung oder Rechtfertigung für Dinge, die man im Zweifel nicht kennt oder kennen will.

Angekommen

ist die Kunst aber endlich dort, wo sie Duchamp, Beuys und alle anderen warholschen Leute  haben wollten…im Alltag eines gewöhnlichen unser aller Lebens. Sichtbar und zugänglich. Nichts geheimnisvolles und elitäres. Einfach da und für jeden offen. Aber auch interessant? Muss man dafür Eintritt bezahlen? Oder sind wir schon im „Post Museum“?

„Ein origineller Blick auf die Moderne Kunst“ von Sandra Danicke

Die getroffene Auswahl der institutionalisierten Kunst in diesem Buch beschäftigt sich hauptsächlich mit der Installation. Meist gewöhnliche Objekte die in Korrespondenz mit dem Museums- bzw. Ausstellungsraum erst zu einer „Kunst“ werden.

Obwohl genau das wiederum schwierig ist, wenn „Kunst“ aus dem öffentlichen Raum (z.B. Street-Art) in das Museum transferiert wird (werden muss), um noch mal ausdrücklich darauf zu verweisen, dass das Kunst ist. Oder das Bein, oder der Apothekenschrank, der Kühlschrank, der Papierkorb, …äh die hängende Wurst oder der Anzug…das Fahrrad…das Auto, ach nein das habe ich jetzt erfunden, es gibt in diesem Buch über Kunstwerke gar kein Auto. Aber mit Sicherheit eine Frau. Ja stimmt ganz am Anfang.

Manchmal ist es vielleicht ein bisschen enttäuschend, dass die Kunst nichts Superbesonderes mehr ist. Andererseits bekommt man nur so die Gelegenheit, kontinuierlich über sein eigenes Dasein

(das Superbesondere)  im Alltag (Post Museum) nachzudenken. Und ist das nicht das schönste und optimalste Ziel jeder Kunst?

eine Fotoausstellung

Eine Fotoausstellung auf der Straße. Anonym und irgendwo.



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