Radikal im Theater

Suche nach Identität ist nicht nur was für Zugezogene

ein Kommentar zum Stück „Radikal“ von Yassin Musharbash im Stadttheater Bremerhaven

ein Theaterstück nach Yassin Musharbash

Radikal steht im Lateinischen für Wurzel und Ursprung und ist der Titel des  2 Stunden und 40 Minuten andauernden Theaterstücks von Yassin Musharbash im Stadttheater Bremerhaven. Bereits nach der ersten Hälfte (nach 90 Minuten) wird deutlich: Radikal ist vor allem hier die Suche nach Identität in einer modernen und kompliziert gewordenen Welt.

Verwirrung ist die Basis, die einerseits alle Figuren zu stiften wissen als auch selbst davon eingenommen werden. Da kommt es nicht von ungefähr, dass auch eine Figur namens Dr. Sinn in dem Wortgemenge zwischen eines „sich beweisen müssen und gegenseitigem aushalten“ umherschweift. Bezeichnend ist die Gruppe der Medienmacher allen voran die Figur der Erlinger, die hier ganz nach einem Stil einer „Ästhetik der Kälte“ (symbolisch das Ablecken eines tiefgefrorenen Herzens) dem Alkoholismus verfallen jede politische Stimmung einer Hilflosigkeit profitabel zu nutzen weiß/sucht.

Mutig ist aber der Stoff der hier präsentiert wird: Al Quaida und Konsequenzen des Terrors im Alltag. Das trauen sich nicht viele. Schwieriger Stoff weckt ja bekanntlich viele Emotionen. Und dann noch so aktuell. Das kann/darf/sollte dann bitte zumindest mal das Theater schaffen. Doch hier in dieser Inszenierung ist leider kein Zündstoff drin. Man vermisst bissige und mutige Dialoge und politisch unkorrekte Andeutungen. Aber es wird eine schöne Suche nach Identität aufgeführt. Ebenso schön ist auch die Kulisse! Vielleicht ist das dann radikal im Sinne von Ursprung…

 

 



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