Roboter – was aus der Utopie von damals wurde

Leben mit den Automaten

data89Wie uns einst die Science-Fiction-Geschichten seit R.U.R. von Karel Capek 1921 über filmische Darstellungen wie der Schläfer von Woody Allen 1973 bis Robot & Frank von Jake Schreier 2012 vermittelten, sollen uns die Androiden heute das Leben im Alltag erleichtern. Sie sind uns äußerlich sehr ähnlich und scheinen überhaupt fast menschenersetzbare Züge aufzuweisen, ja fast bis zur totalen Konkurrenz.

Leider entspricht das heute nicht ganz den Tatsachen. 2013 dem Stichjahr für die damalige Prognose 2006 von Bill Gates in einem Interview mit der Scientific American, bei dem er behauptete, dass dato alle modernen Haushalte über eine vollautomatische Haushaltshilfe in Form eines Roboters verfügen würden, ist bis jetzt so nicht eingetreten. Zumindest im Hinblick auf die stark von den phantasiereichen Erzählungen geprägten Vorstellungen davon. Schaut man sich genauer um, existieren bereits mehr „vollautomatische Haushaltshilfen“ als man vorerst einschätzen würde. Der Einsatz von Robotern übersteigt bei Weitem die Bereiche des Militärs, der Medizin und Industrie. Der moderne Haushalt läuft bereits so vollautomatisch, dass man eine Haushaltshilfe benötigt, um diese ganzen Maschinen zu bedienen. Vom selbstbewegenden Staubsauger, der den ganzen Tag über die Böden des Hauses griecht bis zum „mitdenkenden“ Kühlschrank, der sich selbst per Online- Bestellung wieder auffüllt.

 

robot555Von einfachen Bewegungen bis zu interaktiven Gefühlsreaktionen

Verglichen wird die Entwicklung der Roboter häufig mit dem Aufstieg des Heimcomputers. Obwohl dieser Vergleich in seiner eindeutigen Differenzierbarkeit hinkt. Beide Formen der Technik hängen eng miteinander zusammen. Ihre Gestalt und ihre Fähigkeiten haben sich sehr verändert und vervielfältigt. Das Spektrum der Roboterarten ist breit gefächert und reicht vom mechanischen Industriearm am Fließband bis zum kuscheligen Betreuer mit interaktiven Kompetenzen in der Altenpflege. Doch Probleme bereiten immer noch einige wichtige Mechanismen, wie die Spracherkennung, die bisher nur mit Einzelwörtern funktioniert. Ebenso die Verarbeitung komplexerer Vorgänge wie das Hinabsteigen einer Treppe. Aber selbst daran wird international eifrig gearbeitet und geforscht.

 

Datenforschung im echten Meer

robotttDie amerikanische Firma Liquid Robotics schickte 2011 von San Francisco aus eine neuartige Drohne namentlich „Wave Glider“ auf eine Reise auf dem Wasser über den Pazifik. Wellengleiter sehen aus wie Surfbretter und navigieren per GPS auf sich gestellt über ein Jahr über die großen Teiche dieses Planeten. 2012 kamen die Prototypen an den Küsten von Australien und Japan mit einer Menge an gesammelten Daten und einer zurückgelegten Strecke von über 14.000 Kilometer an. Wave Glider bestehen aus Solarzellen und bestimmten Messinstrumenten und schwimmen auf der Wasseroberfläche. Im Tempo eines schwimmenden Menschen, bringen sie Fotos und Daten des Meeres wie Geräusche, Temperaturen, Kohlendioxidanteile, etc mit. Sie sind zwar ausdauernder als Menschen und benötigen keine Verschnaufpausen, sind dafür aber kostenaufwendig. Jeder Tag der Inbetriebnahme eines Wave Glider kostet mehrere Zehntausend Euro und die Produktionskosten als serielle Herstellung immerhin noch 300.000 Euro pro Stück. Bisher wurden 200 von ihnen verkauft und die Nachfrage steigt stetig. Man kann davon ausgehen, dass zur Zeit einige von ihnen auf den Ozeanen unterwegs sind. Bei der nächsten Weltumsegelung sollte man sich nicht erschrecken wenn einem ein solches surfbrettartiges Seeungeheuer begegnet.

robbbotToyota stellt Co- Astronauten

Der humanoide Roboter Kirobo ist seit Anfang August als Begleiter des Astronauten Koichi Wakata auf der ISS. Er ist aus einer Zusammenarbeit zwischen dem RCAST der Uni Tokio und Toyota entstanden und soll der ISS-Crew Gesellschaft leisten. Äußerlich sieht er wie eine wahr gewordene Mangafigur aus und soll außer der Beantwortung einfacher Fragen auch seine Träume und Wünsche äußern können.

 

 

Der Ursprung der Automatenvision

Die Geschichte der Maschinen ist eine lange. Bereits in der griechischen Antike finden sich Ideen von Automaten und dringen seitdem als Vorstellungsmuster in die Welt der Möglichkeiten. Doch erst in der Renaissance werden die Ansätze aufgegriffen und dann im Zuge der Industrialisierung im 19.jahrhundert realisiert. Die Anfänge sind Flötenspielautomaten, vollautomatische Webstühle oder das berühmte Orchestrion. Nach dem zweiten Weltkrieg gab es aufgrund vorangegangener utopischer Literaturvisionen, einen rasanten Fortschritt. Seit dem gibt es einen „run“ der Nationen, wie einst bei der Eroberung der Pole und des Weltraums. Allen voran – wer hätte es anders erwartet? – die U.S.A. und Japan.

Vom winzigen Biotech bis zum Superhelden

robootDie Dimensionen der Einsätze der Roboter weiten sich in beide Extreme aus. So haben im Hospital for Special Surgery in N.Y.C. U.S. Wissenschaftler einen Roboter in Molekülgröße entwickelt der gezielt Arzneimittel an bestimmte Stellen des Körpers transportieren soll. Diese winzigen „Automaten“ bestehen aus Antikörpern und kurzen DNA-Strängen. Ein durchaus zukunftsträchtiges Projekt, dass auch Missbrauchpotenzial birgt. Aber es soll erstmal gezielt für Therapie im medizinischen Bereich eingesetzt werden.

Anders ist dagegen Atlas, der neue humanoide Roboter aus der Zusammenarbeit mehrerer U.S. Firmen. Dieser an Terminator erinnernden Roboter ist ein Outdoorzweibeiner der laufen, klettern und tragen kann. Leider noch von einem Stromkabel betrieben, ist diese 1,90 m und 150kg schwere Maschine erst einmal als militärische Unterstützung gedacht. Dagegen erscheint der japanische Kirobo wie ein putziges kleines Roboterchen. Aber sicherlich können Atlas und Kirobo mal dicke Freunde werden, wie einst R2D2 und C-3PO.

 

 

 

 



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