Schlafkunst

Ein komischer Zustand

Der Mensch verbringt seit jeher sehr viel Zeit mit dem Schlafen. Genau genommen zwingt ihn sein Organismus so gut wie jeden Tag dazu. Wieviel Stunden es sein müssen ist nach langer Forschung immer noch eine individuelle Frage. Die sogenannten REM Schlafphasen spielen dabei keine unwesentliche Rolle. Demnach dauern sie 1,5 Stunden an und durchlaufen verschiedene Phasen von Schlaftiefen. So sollte nach Empfehlung eine ganze Schlafdauer durch 1,5 teilbar sein und bei 0 landen.

kunst des schlafens1Aber ob so eine Erbsenzählerei einem die Erholung ermöglicht, die man braucht, ist fragwürdig. Auch ist der ganze Umstand des Schlafens ein merkwürdiger. So ist es, dass im Prinzip alle Menschen irgendwann und irgendwo auf diesem Erdball zu irgendeinem Sonnenstand pro Umdrehung der Sonne sich mindestens einmal diesem Zustand widmen. So gesehen sind die Menschen nie alle gleichzeitig wach. Vielleicht wird es in der Zukunft möglich, zu messen, wie viele Menschen aktuelle wach sind und wie viele nicht.

Es gibt in der deutschen Sprache eine Menge von Eigenschafts- und Qualitätsbeschreibungsbegriffen wie schlummern, dösen, pennen, hinlegen, nächtigen, liegen, träumen, ruhen, Nickerchen machen, etc. Auch gibt es die Bezeichnung für „geschlafen haben“, dass man nicht aufmerksam war oder das Wachschlafen und der Klartraum (luzider Traum), wie es der Regisseur Richard Linklater 2001 mit Waking Life sehr interessant darstellt. Man merkt es wird komplexer und mysteriöser.

Weiser Rat

Nach heutigen Zahlen bedienen sich viele Menschen pharmazeutischer Unterstützung um diesen ominösen Zustand überhaupt zu bekommen. Viele haben entweder Einschlaf- oder Durchschlafprobleme was unter anderem auch daran liegt sich nicht mehr runterfahren oder loslassen zu können. Genau genommen ist der Schlaf ein Ende und wenn man in die Tiefen aktueller philosophischer Ansätze geht wie bei Byung-Chul Han, dann kommt man zu der Überlegung, dass der aktuelle Zeitgeist kein Abschließen mehr praktiziert. Oder wie es Byung-Chul in seinem Essay im philosophie Magazin 2013 aus seinem Bestseller „Müdigkeitsgesellschaft“ (Matthes & Seitz, 2010) schreibt: “ Das geschlossene Auge ist das Sichtzeichen des Schlusses. Heute ist die Wahrnehmung unfähig zum Schluss, denn sie zappt sich durch das endlose digitale Netz.“

Also die Technik ist Schuld und die Chemie ist dafür mit Sicherheit keine Lösung. Methodisch sollte man folgendermaßen vorgehen. Frische Luft im Schlafzimmer, gemütliche Atmo, kein bis kaum noch etwas essen, Technik aus (Handy aus dem Zimmer ganz entfernen oder ausmachen) kein Stand-by! Augen zu und den Tag Tag sein lassen. Man sollte diesen Prozess des Einschlafens so einfach wie möglich sein lassen, denn der Schlaf selbst ist schon seltsam genug.

 

 



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