Urlaub

Die gezwungene Genehmigung

Urlaub, allein das Wort mit dem Präfix Ur- an der Blätteransammlung „Laub“ sollte einem zu denken geben. Tatsächlich geht der Begriff auf das alt- und mittelhochdeutsche Wort „urloup“ zurück, was so viel bedeutet wie „erlauben“ und ein genehmigtes Abtreten eines Ritters zum Beispiel von einer Dame bedeutete.

Erlaubnis heute

Statt mich auf meinen Urlaub zu freuen, freue ich mich auf die Rückkehr von diesem leidigen Abenteuer“

Für Slavoj Zizek (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 17. Juli 2016, Nr. 28, Feuilleton) ist der Urlaub wie für ein Schulkind „Ferien, die ich gezwungen bin, mit meinen Familienangehörigen zu verbringen? In diesem Fall gibt es da einen ganz klaren Befehl des Über-Ichs: Nach all den Anstrengungen, so einen Urlaub zu planen, MUSS ich es einfach genießen, wenn ich mich an überfüllten Stränden von der Sonne grillen lasse, mich zusammen mit chinesischen Touristen ins Museum kämpfe oder ähnliche Greuel verrichte.“

Erlaube Dir lieber die eigene Freiheit der Entscheidung

Wie die Dinge sich ändern können. Erst bittet man um Erlaubnis und jetzt „muss“ man sie ertragen. Da dachte man, der Terror vermiest uns aktuell die Urlaubszeit. Dabei haben wir schon gar keine Lust mehr darauf. Wozu auch?

Echtes Reisen findet eh nur im Kopf statt und braucht mit Sicherheit keine überfüllten Hotels, Strände und Museen. Da rät Zizek doch ganz einfach, sich ein Buch über das Museum zu kaufen und sich die „Abenteuer“ des „Urlaubens“ besser erzählen zu lassen, als sie selbst zu erleben. Und p.s.: Die Umwelt dankt es auch.

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