Was Du nicht siehst

Was Du nicht siehst, dass bekommst Du nicht mit

Thema: Selektive Wahrnehmung

JungeDie selektive Wahrnehmung ist ein persönlich erschütterndes wie auch nützliches Phänomen. Erschütternd nur im Moment der Erkenntnis der Begrenztheit und der Veränderung.

In der Tat stellt sich just die Wahrnehmung auf das ein, was einen gerade beschäftigt. Man versuche sich einmal in dem Selbstexperiment des Themenwechsels und schwups stellen sich die auf einen zuströmenden Information darauf um.

Alltagsforschung: Wahrnehmung

Zum Beispiel war das bei mir diese Woche der Begriff: Relocation. Ich sah diesen auf einem Laster als Teil eines Werbespruchs. Stunden später erzählt mir jemand ein Gespräch mit jemanden und erwähnt in diesem Zusammenhang diesen Begriff dreimal. Ich hatte dieses Wort bisher noch nie bewusst gehört. Dann lese ich einen Artikel und dieses Wort erscheint mindestens zweimal. Dann höre ich zufällig in der Bahn ein Telefongespräch mit wo wieder dieser Begriff fällt.

Meistens hält dieses Thema dann eine Weile an und wir anschließend von einem neuen abgelöst. Ich frage mich dann immer, was ich parallel dazu gar nicht erst mitbekomme. Man ist in diesen ausgesuchten Sinnesverschärfungen so einseitig ausgerichtet, dass man keine Kanäle für anderes hat. Aber so ist unsere Kapazität wahrscheinlich aufgebaut. Einrohrtunnelartig oder spotlightmäßig. Ganz nach dem Prinzip: was Du nicht siehst, dass bekommst Du nicht mit.

Alltagsperzeption und persönliche Ausrichtung

Eng mit diesem Phänomen verbunden ist der sogenannte Bestätigungsfehler. Hier sucht die betreffende Person nach unterstützenden Information für die eigene Wahrnehmung und blenden jedes Gegenargument aus. Das kann natürlich auch fatale Konsequenzen haben. Man lebt fortlaufend in seiner eigenen Realität. Was erstmal auch positiv sein kann. Doch sollte das Moment des großen Erwachens gekommen sein, dann wird einem auch die verlorenen Zeit bewusst. Da gibt dann auch das verzweifelte Ausweichen in der Schuldzuweisung auf die Umwelt kaum Milderung. Da heißt es klar kommen mit seiner eigenen Einseitigkeit.

Aber auf welche Stimmungen und Strömungen sollte man denn dann achten? Es bleibt schwierig. Eine möglichst holistische Wahrnehmung zu leben. Ganz ähnlich verhält es sich ja auch zur Zeit mit der Informationsflut Internet. Da ist man ja dann auch auf Filter aus. Doch was soll von was gefiltert werden und warum? Wer bestimmt die Priorität?



Kommentare sind geschlossen.